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Haltestelle: Rausch

  • Christinalou
  • 7. Apr. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Alkohol

Ich habe früher gerne getrunken, weil ich dabei meinen Kopf ausschalten konnte, rebellieren konnte, mir selbst schaden konnte

Sicher zu früh für mein Alter und sicher zu viel für meine Gesundheit


Ganz sicher aber ging und geht es vielen ähnlich wie mir.

Die Statistiken sprechen zu mindestens dafür.


In Österreich liegen wir mit ca. 12 l (bzw. 240l Bier) reinem Alkoholkonsum pro Kopf und Jahr relativ weit vorne im Länder-Schnitt (Quelle "Handbuch Alkohol-Österreich").

Alkohol gehört hier fast schon zum guten Ton.

Das Gläschen zum Geburtstag darf nicht fehlen…

"Ach du bist noch nicht alt genug? Naja weil heute dein Geburtstag ist"



Als würde man sich etwas gönnen

Einen kurzen Ausstieg aus der Welt.

Kollektive Realitätsverweigerung

Traurig eigentlich, dass wir das Kindern schon wünschen, ich wünsche es ihnen jedenfalls


Aber, wenn es mich glücklich macht warum sollte ich es mir verwehren?

Nur, weil es meinem weltlichen Körper und oder Geist schadet?

Bildschirmarbeit schadet mir auch

Ich nutze meine Freizeit um die Schäden meiner Lohnarbeit vorzubeugen, wieder aufzuarbeiten

Verrückt nicht?

So als würde mir eine Bar eine Salzlösung als Goodie anbieten

"die wirst du Morgen brauchen *zwinker-zwinker"

Das Firmen Yoga als Werbeschild für 40h auf einen Bildschirm starren

"Wir schauen auf unsere Angestellten!!"


Zusammenhänge Zusammenhänge

Vielleicht bin ich gerade berauscht , vielleicht Ist dieser Käfig den wir uns selbst schaffen einfach nicht berauschend genug.


Aber die Frage ist, was macht dich sonst so High?

Bei mir sind es Stunden im Wald, Ausflüge am Papier, Runden in der nassen Unendlichkeit

Ich denke umso weniger mich das Leben mit mir selbst berauscht umso mehr suche ich dieses High im Außen

Das ist aber eine zu einfache Erklärung und es ist voll okay manchmal raus aus dieser Realität zu wollen


Nun wissen die meisten von uns über Alkohol-das-Nervengift mehr oder weniger Bescheid, warum trinken wir dennoch?

Oft aus Gruppenzwang oder um das - vielleicht noch verbotene- Auszuprobieren, Abzuschalten oder um lockerer oder mutiger zu werden.

Psychologische Erklärungen gibt es zu Hauf.

Ein biologischer Grund: Alkohol beeinflusst die Botenstoffe im Gehirn und aktiviert unter anderem das Belohnungssystem.


Der Konsum wirkt somit oft stimmungshebend, Angst lösend, entspannend und enthemmend.


Ich hatte früher viel Angst, vor allem vor Situation mit anderen Menschen

Wenn ich getrunken habe war diese Angst kurz weniger, dann begann die Bombe zu ticken

Entweder ich konnte den Rausch bis zum Schlaf aufrecht erhalten, dann bin ich glimpflich davon gekommen

Oder aber die Angst hat mich wieder eingeholt

Dann bin ich schnell weg, habe versucht es heil heim zu schaffen, ohne Schrammen von mir

meiner dunklen Wolke


Später war es weniger Notwendigkeit aber half gegen die Anspannung, Gewohnheit

Unsicherheit ist wie als Beobachter in deinem eigenen Stück zu sitzen und machtlos den nächsten Fauxpas deiner Rolle zu beobachten, abzuwarten

Auf Zehensplitzen schleichen vielleicht darauf hoffen auf den Boden geholt zu werden und den Aufprall auch zu überleben

Es ist unsichtbar sein, an Wänden kratzen, in Ritzen verschwinden, als würde jede Interaktion Kameras mit weltweiter Reichweite auf dich richten


Bitte, bitte nicht


Hier ein Schluck

Aaah… Kopf aus und durch


Vor ca. drei Jahren ungefähr habe ich mich getraut diesen Weg zu hinterfragen

Hinterfragen, wer ich sein möchte und, ob ich nicht auch von alleine hinter dem Vorhang hervor kommen kann

Ich kann das, ich kann auch im Licht stehen, ich kann in der Mitte eines Raumes überleben, es aushalten


Ich Kann das


Das Herzklopfen hat nachgelassen, denn keine soziale Situation der ich mich heute aussetze hat mir je so begründet Angst gemacht wie diese dunkle Wolke die über mich hereinbricht, wenn ich selbst nicht mehr meinen Schritten folgen kann


Heute sehe ich Alkohol kritisch, nicht weil es eine Droge ist

Bitte berausch dich bis du deine eigene Welt geschaffen hast

Sondern, weil es ein zu starkes soziales Instrument ist

"Ich war betrunken" ist eine Gesellschaft anerkannte - wohl stark umstrittene - Entschuldigung für Dinge die nicht entschuldigbar sind

"Ich trinke keinen Alkohol" kann eine persönliche Beleidigung oder Grund zum Ausschluss oder Mobbing werden

Alkohol ist eine Gefahr für die Gesellschaft, weil es zu stark, zu groß, zu unumstritten ist

Eine Droge der man im alltäglichen Leben kaum aus dem Weg gehen kann



Wobei solche Zahlen natürlich immer mit Vorsicht zu genießen sind, da es sich um eine Kombination aus Befragungsdaten und Produktionszahlen handelt.



Persönliches Fazit:

Mein kopf macht mich oft High einfach so Träumen, Wolken Bilder zeichnen, meine Gedanken fliegen lassen und Zeit mit mir im hier und jetzt genießen

Vielleicht findest du auch etwas berauschendes in dir selbst?

Meine Empfehlung des Abends: mach dich auf die Suche


Peace out


PS. Drogen sollten nie notwendig sein, um sich zugehörig zu fühlen oder einen unterhaltsamen Abend zu haben!

Vielleicht können wir alle etwas mehr unseren eigenen Konsum aber auch unseren Umgang mit anderen die keinen oder womöglich zu viel Alkohol konsumieren überdenken, Danke ❤️


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